| Stimmen für Palliativ |
|
|
|
|
Ludwig Gros liebes Team der Palliativstation, Eine Stimme, die vertraut war, Es gibt im Leben Augenblicke, in denen man um die richtigen Worte verlegen ist. Man weiß nicht, wo soll man anfangen und wo aufhören, weil es im Grunde soviel zu sagen gibt. Und dann wieder zweifelt man an der Kraft seiner eigenen Worte, von denen man glaubt, dass sie völlig unzureichend seien, um das zu wiederspiegeln, was einen bewegt. Aus diesem Grund melde ich mich auch erst heute, obwohl ich es schon so lange wollte. Es ist ein Trost zu wissen, dass wir in unserer Trauer nicht alleine sind. Während der langen Krankheit und in der Stunde des Abschieds haben wir erfahren, wie viel Zuneigung meiner Frau entegengebracht wurde. Es ist so schwer, einen lieben Menschen zu verlieren und es ist aber auch so wohl tuend, so viel Anteilnahme zu empfangen. Die Dankbarkeit gegenüber dem gesamten Team der Palliativstation kann man in keine Worte fassen. Das, was sie in den letzten Wochen vor dem Tod meiner Frau für uns geleistet haben kann man in Worte nicht fassen. Ich bin Ihnen allen so überaus dankbar, dass ich die letzten Tage mit meiner Frau in Ihrer Obhut verbringen durfte. Nur mit Ihrer aller Hilfe war es mir und meiner Familie möglich meiner Frau einen so würdigen Heimgang zu ermöglichen. Es werden schlimme Tage kommen und es wird nie wieder so sein, wie es war - war meiner Frau und mir bereits an dem Tag bewusst, als wir die Nachricht bekamen, dass niemand uns mehr helfen konnte. Noch heute können wir nicht verstehen, wo meine Frau die Kraft hernahm und auch an uns versuchte weiter zu geben, ihre Krankheit so tapfer und würdig zu ertragen. Wir sind Ihnen so dankbar, dass es uns als Familie möglich war meine Frau bis zur letzten Sekunde auf ihrem letzen Weg zu begleiten. Mit Hilfe meiner Familie versuche ich nun neue Wege zu gehen. Dabei versuche ich solche zu gehen, auf die mich meine Frau noch vorbereiten wollte. Für den Schmerz gibt es wohl keine Medikamente. Die Zeit heilt nicht alle Wunden, sie lehrt uns nur mit dem Unbegreiflichen zu leben. Seit Januar habe ich meine ehrenamtliche Arbeit bei der Kriminalitätsopferbetreuung im Weisser Ring e.V. wieder aufgenommen. Gern hätte ich dieses Jahr gemeinsam mit meiner Frau das 15-jährige Jubiläum meiner Opferarbeit als Außenstellenleiter des Weisser Ring e. V. begangen. Wie oft hat sie mich in dieser Arbeit unterstützt. Als Höhepunkt meiner ehrenamtlichen Arbeit soll ich im Februar als Botschafter des "Verbundnetz der Wärme" berufen werden. Hierbei handelt es sich um eine ostdeutsche Initiative, eine öffentliche Plattform für das Ehrenamt. Die Arbeit, auch als Botschafter, steht unter dem Motto "Dasein für andere". "Dasein für andere" - das ist dieser besondere Satz, der uns seit November verbindet. In meiner ehrenamtlichen Arbeit und den damit verbunden sozialen Kontakten werde ich zukünftig versuchen die Palliativmedizin insbesondere Ihre Station bekannter zu machen. Die beim Heimgang meiner lieben Frau uns zuteil gewordenen Geldzuwendungen haben wir als kleinen Beitrag auf das Konto des Fördervereins Ihrer Station überwiesen. Ihnen allen persönlich wünsche ich alles Gute und viel Kraft für die herausragende Arbeit. In dankbarer Hochachtung Ludwig Gros im Namen der Familie |




